Pressespiegel

 

 

aus Praxis Sprache 4/2016, 61. Jhrg.

 

Lokales / Bildung / 20-04-16

Lispeln, poltern & Co.

Über 20 Prozent aller Kinder haben eine Sprachauffälligkeit / Frühzeitige Hilfe verbessert Heilungschancen / akkreditierte Fortbildungen für Lehrer und Erzieher bei IKUS - Institut Kind und Sprache


Bischofsheim/Main.- Marilyn Monroe litt darunter, Winston Churchill ebenfalls: Stottern. Für Betroffene bedeutet dies eine schwere Einschränkung ihrer Lebensqualität, sie verlieren soziale Akzeptanz. Laut einer Studie der Barmer GEK von 2012 haben bereits 1,12 Mio. Jungen und Mädchen zwischen null und 14 Jahren Sprech- oder Sprachstörungen, Tendenz steigend. Doch je früher eine Auffälligkeit erkannt wird, desto besser stehen die Chancen auf vollständige Heilung. Maral Reisz, Förderschul- und Sprachheilpädagogin mit 30jähriger Berufserfahrung widmet sich mit ihrem eigenen Institut IKUS Kindern bis zehn Jahren, deren Eltern sowie Lehrern und Erziehern. Seit 2009 behandelt sie in Bischofsheim/Main erfolgreich Sprachentwicklungsstörungen, Dyslalien, Lese-Rechtschreib-Schwäche oder andere sprachlich-soziale Defizite wie Selektiven Mutismus (selektives Schweigen). Dabei liegt ihr besonders am Herzen, sich mit allen verfügbaren, fachlich kompetenten Quellen zu vernetzen, um kindliche Sprachentwicklungsstörungen rechtzeitig erkennen und behandeln zu können. „Bislang gibt es viele Einzelpersonen, die ein Kind aus verschiedenen Blickwinkeln einschätzen, sich jedoch kaum untereinander austauschen. Dies verlängert den Leidensweg oft unnötig“, so Reisz. Um hier einen konstruktiven Beitrag zu leisten, arbeitet sie zweigleisig: Zum einen unterstützt sie durch ihre Sprachtherapie sprachbeeinträchtigte Kinder. Zum anderen hält sie Fortbildungen und Seminare für Lehrer und Erzieher, um diese in ihrem jeweiligen Berufsalltag zu stärken.

Ganzheitlicher Blick auf Kinder

Wer sprachliche Probleme hat, spürt dessen Folgen oft unmittelbar: Ein Kind erlebt schon in jungen Jahren Ausgrenzung, hat Schwierigkeiten, verstanden zu werden, nimmt Gesagtes u.U. undeutlicher wahr, lernt langsamer. Daher tut hier eine wertschätzende, ermutigende Atmosphäre in den Therapiestunden besonders gut, in denen neben gezielten Sprachübungen auch verloren gegangenes Selbstvertrauen wachsen kann. Im Gegensatz zu den vorwiegend medizinisch ausgerichteten Logopäden steht bei der Sprachheilförderung das Kind in seiner Gesamtheit im Fokus: Der individuelle Entwicklungsstand, seelisch-emotionale Komponenten, die jeweilige Tagesform. Diese Sichtweise behält Reisz auch bei der professionellen Sprachdiagnostik, Beratung sowie einer individuell zugeschnittenen Therapie bei. Dabei bezieht sie die Eltern aktiv ein, versorgt diese mit relevanten, oft kreativen Materialien und steht ihnen mit praxiserprobten Ratschlägen zur Seite - im Sinne ihres Kindes.

Praktische Hilfen für Lehrer und Erzieher

Doch nicht nur Eltern sind gefordert, wenn es um die Sprachgesundheit ihres Nachwuchses geht. Erzieher in Kindergärten sowie Grund- und Förderschullehrer kommen ebenfalls mit sprachbeeinträchtigten Kindern in Berührung. Doch wie ein einzelnes Kind einschätzen und individuell fördern, wenn zwanzig weitere Knirpse Beachtung fordern, der Lehrplan eingehalten und Elternabende vorbereitet werden müssen? Die Zeit ist knapp, der Anspruch hoch. Dabei existieren effektive Arbeitsmaterialien bereits, die sich seit Jahren im pädagogischen Alltag bewährt haben. Das „Hochheimer Spracheingangsscreening“, ein informelles Verfahren, z.B. macht erste Sprachauffälligkeiten mühelos sichtbar. Ein Leitfaden für Elterngespräche erleichtert die Zusammenarbeit spürbar. „Beratungsanträge für Eltern, Beobachtungsbögen für Lehrer, Förderpläne, Verlaufsdokumentationen, Hilfeplan oder Netzwerk-übersicht - all dies entstand während meiner praktischen Tätigkeit in der Grundschule in Kooperation mit verschiedenen Partnern“, erläutert Reisz. Die 25 Arbeitshilfen können als komprimierte Kopiervorlagen zielführend und zeitsparend eingesetzt werden.

Darüber hinaus arbeitet Reisz mit unterschiedlichen Institutionen zusammen und gibt Seminare zu Themen des schulischen Alltages wie z.B. Grammatikförderung mit spracherwerbsgestörten Kindern, Förderung der Sprachentwicklung, Sprachheilförderung inklusiv. Alle Fortbildungen und Seminare sind durch die Hessische Lehrkräfteakademie akkreditiert.

 

 

Bildung / Inklusion / 20-04-16

Leichter leben für Lehrer

Inklusive Beschulung (über)fordert Lehrer / Entlastung bei interdisziplinärer Zusammenarbeit gesucht / Praktikable Arbeitshilfen bereits verfügbar


Bischofsheim/Main.- Deutschland ist Vorreiter. Seine besondere historische Entwicklung brachte über Jahrhunderte etliche einflussreiche Sonderpädagogen hervor, die sich behinderter Menschen annahmen. Daher existiert hierzulande bereits der Sonderpädagoge mit akademischer Qualifikation. In der Sonderpädagogik befindet sich die klassische Lehrerrolle im Umbruch, verstärkt durch die Einführung der inklusiven Beschulung 2008 (UN-Charta 24). Dies beobachtet Maral Reisz seit Jahren, Förderschul- und Sprachheilpädagogin mit eigenem Institut: „Hessen wandelte einige Förderschulen zu neuen regionalen Beratungs- und Förderzentren (rBFZ) um. Die eigenständigen Fördersysteme Sprachheilambulanz oder daneben bestehende ambulante Sprachheilklassen in Grundschulen wurden in die rBFZ integriert und sind de facto nicht mehr vorhanden. Diese Veränderung geht zu Lasten sprachbeeinträchtigter Schüler sowie der zuständigen Lehrer.“

Der „mobile“ Lehrer in Multifunktion

Alle Sprachheil- und Förderschullehrer, die nicht an einer Förderschule unterrichten, sollen sukzessive einem rBFZ zugeordnet werden, das sie dann an verschiedene Regelschulen abordnet. Der Förderschullehrer führt als Teil eines multiprofessionellen Teams dann nicht mehr die Klasse einer Förderschule (früher: Sonderschule). Er nimmt stattdessen die Rolle des „mobilen“ Beratungs- und Förderschullehrers ein. Im Rahmen der inklusiven Beschulung koordiniert er ein ganzes Netzwerk sonderpädagogischen, präventiven Arbeitens, diagnostiziert, berät und fördert an einer allgemeinen Schule. Zusätzlich leiten viele noch ihre eigene Klasse an einer Förderschule. Hinzu kommt, dass alle Sonderschullehrer fach-richtungsfremd unterrichten müssen und zuständig sind für Kinder mit den Förderbedarfen Sprachheilförderung, Lernen sowie emotional-soziale Entwicklung - Sonderpädagogik aus einer Hand.

Dies bedeutet im Schulalltag eine echte Heraus-forderung, da alle Förderschullehrer zusätzlich unter einem enormen Erwartungsdruck der allge-meinen Schulen stehen. Viele Kollegen fühlen sich schon jetzt allein gelassen und überfordert mit der Menge (sprach-)auffälliger Schüler. Sie wünschen sich mehr und verlässliche Unterstützung von fachkompetenten Lehrkräften. Doch ist dies nur mit erheblichen finanziellen Mitteln zu bewerkstelligen, die je nach Bundesland deutlich variieren. Maral Reisz, neben ihrer beruflichen Tätigkeit auch Gründerin und Leiterin von IKUS - Institut Kind und Sprache, möchte diesem offen-sichtlichen Spagat konstruktive Lösungen entge-gensetzen.

Netzwerken leicht gemacht

Um Schulkindern mit einer sprachlichen Beein-trächtigung die uneingeschränkte, gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen, benötigt es mehr als inklusiven Unterricht. Es braucht die frühzeitige Intervention engagierter Netzwerker, um sprach-beeinträchtigte Kinder überhaupt zu erkennen. Das „Hochheimer Spracheingangsscreening“ z.B., ein informelles Verfahren, macht erste Sprachauffälligkeiten mühelos sichtbar. „Im Laufe meiner praktischen Arbeit in der Grundschule entstanden in Kooperation mit verschiedenen Partnern 25 Arbeitshilfen“, so Reisz. Diese können – auch unabhängig vom Schuljahresrhythmus – zielführend und zeitsparend eingesetzt werden. Denn das fachlich übergreifende Arbeiten liegt nicht jedem im Blut. Oft agieren Lehrer als Einzelkämpfer, die aufgrund langer Gewohnheit den Teamgedanken nicht als Bereicherung empfinden. Sie leiden oft jahrelang, ohne zu wissen, dass Experten bereits praktikable Lösungswege entwickelt haben, um ihnen konkrete Erleichterungen im „Inklusionsdschungel“ zu verschaffen. Komprimiert und auf Zeitersparnis ausgelegt, machen Arbeitshilfen in Form von Kopiervorlagen die Entwicklungs- und Lernfortschritte der Schüler einerseits und die gemeinsame, kollegiale Arbeit andererseits transparenter. Zum Wohl aller.

 

 

Lokales / 31-05-16

Hilfe, mein Kind lispelt!

Frühe Sprachförderung entscheidend für kindliche Entwicklung / IKUS - Institut Kind und Sprache therapiert nicht nur Sprachfehler / Erfahrungsberichte helfen Hemmschwelle senken

Bischofsheim/Main.- Eltern kennen das: Diese unfassbare Begeisterung, wenn der Sprössling plötzlich das erste Mal in seinem jungen Leben das Wort „Mama“ oder „Papa“ kräht. Das Herz ganz warm, die Knie weich, der Kopf verdreht. Dieser Moment des Glücks ist jedoch längst nicht allen Eltern vergönnt. Ihre Kleinen sprechen nicht oder undeutlich, haben gar Schwierigkeiten, Laute zu formen. Experten sind der Meinung: Bleiben Sprachdefizite bis zur Einschulung unerkannt, beeinträchtigen sie in der Regel die weitere Entwicklung. Je früher Auffälligkeiten erkannt und behandelt werden, desto günstiger sind die Aussichten auf Erfolg. Die Gründerin und Leiterin von IKUS - Institut Kind und Sprache, Maral Reisz, hat es sich zur Aufgabe gemacht, Kinder auf ihrem Weg ins routinierte Sprechen vorbehaltlos zu unterstützen. Sie begleitete auch den damals vierjährigen L.

Die „kleine Oase im Alltag“

Gemeinsam mit Mutter Birte startete der Knirps im Mai 2015, Diagnose: Schetismus und Sigmatismus Interdentalis, letzteres im Volksmund „lispeln“. Was der Mutter sofort auffiel: Maral Reisz hat die Kinder ganzheitlich im Blick. Dabei konzentriert sie sich nicht nur auf die medizinische Faktenlage, sondern bezieht auch seelisch-emotionale Komponenten oder die jeweilige Tagesform des Kindes in die Ansprache ein. Der entscheidende Unterschied: Frau Reisz orientiert sich am derzeitigen individuellen Entwicklungsstand des Kindes. Eine wertende, am Durchschnitt ausgerichtete Einordnung („Das müsste Ihr Sohn jetzt aber schon können.“) entfällt somit - Entlastung pur für die Eltern, die sich ohnehin genug Sorgen machen.
Auch L. selbst freute sich begeistert auf die wöchentlichen Sitzungen. Zahlreiche Spielsachen, etliche kreative Ideen, eingebettet in den sicheren Rahmen fester Rituale, erleichterten es ihm, bekannte Laute neu zu trainieren. Des Weiteren liessen sich anhand des mitgegebenen Materials die täglichen viertelstündigen Hausaufgaben leichter bewältigen. „Wenn wir die Übungen im Alltag haben schleifen lassen, hat L. das „sch“ weniger deutlich gesprochen. Das hat uns angespornt, wirklich dran zu bleiben“, erinnert sich Birte.

Durch die wertschätzende Atmosphäre hatte die Mutter bald das Gefühl, „wir sind willkommen. Frau Reisz war immer top vorbereitet, hatte z.B. den letzten Termin im Blick und sorgte so für einen guten Anschluss. Irgendwie waren die Sitzungen für uns wie eine kleine Oase im Alltag, wir konnten einen Gang herunterschalten.“ Doch 45 Minuten ungeteilter Aufmerksamkeit kann ein vierjähriges Kind ganz schön fordern. Manche verweigern dann die Zusammenarbeit. „Frau Reisz ging jedoch auch mit kritischen Situationen einfühlsam um. Statt autoritär zu reagieren, blieb sie in ständiger Absprache mit dem Kind, um seinen Kooperationswillen auf freiwilliger Basis wieder zu erlangen“, so Mutter Birte. Gegen Ende der ersten zehn Sitzungen zeigten sich deutliche Veränderungen in der Aussprache: „sch“ beherrscht L. jetzt wie im Schlaf.

Drachen und Riesenrad

Der vierjährige J. brachte ein besonders schweres „Päckchen“ mit: eine Sprachentwicklungsverzögerung (SEV) mit multipler Dyslalie (Stammeln) sowie eine Kommunikationsstörung. Es stellte sich im Laufe der Zeit immer mehr heraus, dass noch andere Ursachen eine Rolle spielen könnten. Möglicherweise bedingt durch einen Geburtsfehler leidet J. an weiteren Einschränkungen. Im Kindergarten war er als ruhiges, braves Kind dadurch nicht benachteiligt, jedoch sorgten sich die Eltern: „Wir müssen was tun.“ Erster Schritt: Die HNO-Klinik mit der Abteilung für Kommunikationsstörungen in Mainz. Es folgte - auf Empfehlung von IKUS - statt des letzten Kindergartenjahres - die Aufnahme in die Vorklasse einer Sprachheilschule. Dort fielen Probleme beim Lesen, Schreiben und Rechnen auf. Wie gut tat es da, dass die Eltern Maral Reisz durch deren Engagement für die ältere Tochter bereits kannten. Die Entscheidung, J. gezielt durch Sprachtherapie bei IKUS zu fördern, fiel daher nicht schwer. „Frau Reisz hat auf uns einen ganz lieben Eindruck gemacht. Sehr behutsam geht sie mit den Kindern um“, meint Mutter Kornelia.

Auch J. selbst war von den Sitzungen angetan. Spielerisch, ganz unauffällig und nebenbei, übte Frau Reisz mit ihrem jungen Schützling Wörter. Ob sie im Herbst einen Drachen steigen ließen oder zur Zeit des Hochheimer Marktes das Riesenrad thematisierten - die Möglichkeiten, Sprache im Alltag zu trainieren waren unbegrenzt.

Nach rund neun Monaten zeigten sich deutliche Ergebnisse: J. sprach nicht nur besser, sondern verhielt sich auch aufgeschlossener. Die Mitarbeit der Eltern tat auch hier ihr Übriges. Nur wenn J. sehr aufgeregt ist, fällt er manchmal zurück in alte Muster und vertauscht z.B. Artikel. „Doch generell merkt man es jetzt nicht mehr, dass J. früher Schwierigkeiten mit Wörtern wie drei, Treppe oder Gummibärchen hatte“, so Mutter Kornelia.

Dreifache Diagnose

Beatrices Tochter L., zur Zeit der Förderung im Jahr 2010 zehn Jahre alt, wurde mit einer auditiven Wahrnehmungsstörung, Lese-Rechtschreib-Schwäche, Konzentrationsschwäche sowie Verdacht auf das Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom (ADHS) diagnostiziert. Besonders die Hausaufgaben machten der Schülerin zu schaffen. Als darunter auch das Familienklima zu leiden begann, zogen die Eltern Konsequenzen: „Für unsere Tochter wollten wir ab sofort professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. In Frau Reisz fanden wir eine aufgeschlossene und einfühlsame Pädagogin, die L. sofort mochte“, so die Mutter. Daher ermöglichten die Eltern für zwei Jahre eine wöchentliche Sitzung bei IKUS. L. freute sich auf „ihre“ Stunde, war diese doch ein Highlight inmitten schulischer Herausforderungen. Ganz nebenbei lernte sie sogar Lektionen fürs Leben: Spannende, abwechslungsreiche Übungen trainierten die Konzentrationsfähigkeit und machten auch noch Spaß! Nach jedem Termin gab Frau Reisz ein detailliertes Feedback über L.s Mitarbeit, Motivation und Erfolgserlebnisse. Darüber hinaus erklärte sie in enger Absprache mit Mutter Beatrix Ziele und Vorgehensweise, so dass L. zuhause weiter üben konnte. „Ich denke, die beiden haben gut miteinander harmoniert, so dass die gemeinsame Arbeit sehr konstruktiv lief. Frau Reisz ist wirklich kompetent für Kinder mit Lese-Rechtschreib-Schwächen, Lernschwächen oder ADHS“, resümiert Beatrix. Für L. hat sich der engagierte Einsatz aller beteiligten Therapeuten gelohnt: Mittlerweile in der Pubertät kann die Schülerin die Erkenntnisse aus der Förderung positiv für sich nutzen und im Alltag flexibel einsetzen - Hilfe zur Selbsthilfe in Sachen Konzentration.